Vorwort
Ich habe mich oft gefragt, wem es überhaupt nützt, wenn jemand meine Lebensgeschichte liest.
Ob meine Erinnerungen für meine Kinder und Grosskinder vielleicht einmal wichtig sein könnten – als Teil ihrer eigenen Wurzeln.
Ob der Aufwand des Schreibens Sinn macht, wo doch jedes Erleben subjektiv ist und jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen machen muss.
Und ob es nicht so wirken könnte, als nähme ich mich zu wichtig.
Diese Fragen stelle ich mir schon.
Trotzdem habe ich eines Tages begonnen, meine Geschichte aufzuschreiben.
Vielleicht, weil ich selbst gerne Lebensgeschichten lese, höre oder sehe.
In dieser Autobiografie erzähle ich nicht nur von meinem eigenen Weg.
Ich versuche auch, etwas von der Geschichte meiner Eltern – besonders meiner Mutter – festzuhalten.
Auch meine Grosseltern kommen vor.
Einige Schilderungen meiner Kindheit mögen schwer wirken – manchmal sogar schmerzhaft oder negativ. Und doch war meine Kindheit nicht nur von Belastendem geprägt. Ich habe auch viele schöne, warme und positiv prägende Momente erlebt. Meine Eltern, Grosseltern, und Lehrer sowie andere Menschen auf meinem Weg haben viel dazu beigetragen, dass ich heute sagen kann: Ich bin ein Hoffnungsmensch.
Mein christlicher Glaube bildet dafür das wichtigste Fundament. Auch wenn ich in verschiedenen Glaubensgemeinschaften und Kirchen Erfahrungen gemacht habe, die nicht immer einfach waren, haben sie dennoch ein Fundament in mir gelegt, das mich bis heute trägt.
Mir ist bewusst, dass jeder Mensch zwei in einander fliesende Seiten hat – Licht und Schatten, Stärke und Schwäche. Diese "Unvollkommenheiten" gestehe ich mir selbst zu. Und ich möchte sie auch meinen Mitmenschen zugestehen.
Gerade diese Haltung macht es mir möglich, meine Geschichte ehrlich und offen zu erzählen: mit ihren hellen und dunklen Tönen, aber immer getragen von der Hoffnung, die mich bis heute begleitet.
Keine Lebensgeschichte ist abgeschlossen, solange man noch lebt. So auch diese.
Es gibt auch noch viele Erinnerungen und Gedanken in mir, die ich noch nichtaufgeschrieben habe. Und vielleicht auch nie aufschreiben werde.
In diesem Sinne ist diese Autobiografie – wie das Leben selbst – ein Werk in Entwicklung.